Einfluss einer kraftfutterreichen Ration auf die laktierende Milchkuh

Ziel der Studie

Ziel dieser Studie war es, den Einfluss einer kraftfutterreichen Ration bei laktierenden Kühen auf den Pansen pH-Wert, den Endotoxingehalt im Kot und die Leberenzyme im Blut zu untersuchen.

Fazit

Eine kraftfutterreiche Ration beeinflusste:

  • den Pansen-pH-Wert
  • den Endotoxingehalt im Kot
  • die Leberenzyme

Resultate

Die Erhöhung der Kraftfuttergabe bewirkte einen signifikanten Abfall des pH-Wertes im Pansen. In der letzten Woche der erhöhten Kraftfuttergabe (Tag 28) unterschied sich der Mittelwert des pH-Wertes mit pH 6,2 deutlich vom Mittelwert an Tag 0 (6.5). Die Endotoxinkonzentration war im Vergleich zum Grundwert an allen drei Probezeitpunkten (Tag 12, 20 und 28) signifikant erhöht (Abbildung 1). Eine signifikant erhöhte AST und GLDH Aktivität wurde an Tag 20 und Tag 28 im Vergleich zum Grundwert (Tag 0) festgestellt (Abbildung 2). Des Weiteren war die GGT Aktivität am Tag 28 im Vergleich zu Tag 0 signifikant erhöht (Abbildung 2).

 

Hintergrund der Studie

Der Energie und Nährstoffbedarf steigt bei Milchkühen während der Hochlaktation stark an. Um den Bedarf der Kühe zu decken, werden hohe Kraftfuttermengen gefüttert. Dies kann allerdings negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kühe haben und zu einem Absinken des pH-Wertes in Pansen und Darm führen. Des Weiteren kann es zur Störung des Gleichgewichtes des ruminalen und intestinalen Mikrobioms sowie zur Freisetzung von Endotoxinen kommen. Gelangen Endotoxine ins Blut, spielt die Leber eine Schlüsselrolle bei ihrer Detoxifizierung. Die Auswirkungen hoher Kraftfuttergabe auf den Pansen pH-Wert und die Endotoxinkonzentration im Verdauungstrakt von Kühen wurden bereits intensiv untersucht. Welchen Einfluss die Erhöhung des Kraftfutteranteils auf die Leberenzyme im Blut hat, war bis jetzt jedoch unklar.

Material und Methoden

Der Versuch wurde mit 16 laktierenden Fleckvieh Kühen durchgeführt. Während der ersten Versuchswoche erhielten die Tiere eine Totale Mischration (TMR) mit 40% Kraftfutter (Trockensubstanz; TS) und 60% Raufutter (Heu:Grassilage 20:80 TS). Diese Phase diente auch dazu die Grundwerte der gemessenen Parameter zu erheben. Anschließend wurde der Kraftfutteranteil in der TMR auf 60% (TS) erhöht, um eine subakute Pansenazidose zu induzieren. Diese TMR wurde für vier Wochen gefüttert (Abbildung 3).

Durchgeführte Analysen

Der Limulus Amoebocyte Lysate (LAL) Assay wurde zur Bestimmung der Endotoxinkonzentration im Kot verwendet. Die Aktivität der Leberenzyme Aspartat Aminotransferase (AST), Glutamatdehydrogenase (GLDH) und Gamma-Glutamyl Transferase (GGT) wurde im Plasma cholorimetrisch mittels eines konventionellen voll automatischen Analysators für klinische Chemie bestimmt (Cobas 6000/c501).

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