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Neueinstieg in die Milchviehhaltung am Locherhof – zu Besuch am Betrieb Patzer

Martin Wieser

Im Stössingtal, gelegen im östlichen Mostviertel, befindet sich der landwirtschaftliche Betrieb von Franz und Sohn Florian Patzer. Hier werden Milchkühe der Rasse Fleckvieh sowie die Jungtiere für die eigene Nachzucht und Mast gehalten.

Betriebsentwicklung

Bis 2002 wurde am Hof von Franz Patzer Milch produziert und verkauft. Danach folgte eine Umstellung auf Mutterkuhhaltung mit angeschlossener Stiermast. Sohn Florian war immer schon begeistert an der Landwirtschaft und wollte auch seinen Arbeitsplatz darin aufbauen. Nach Abschluss seiner Ausbildung in der landwirtschaftlichen Fachschule Pyhra und einer darauffolgenden Lehre als Maurergeselle wurde zuerst der Neubau eines Mutterkuhstalles fokussiert. Im Zuge der Planung kam beiden immer konkreter der Gedanke, doch wieder in die Milchproduktion einzusteigen. Begünstigt wurde das geplante Vorhaben sehr von der Tatsache, dass ein in der Nähe liegender Betrieb seine Milchviehhaltung aufgeben wollte. Hier konnten die benötigten Grünlandflächen sowie alle Tiere übernommen und auch die Milchviehherde parallel zum Stallbau (Fertigstellung im September 2020) bereits aufgebaut werden. Ziel von Florian war immer, einen modernen Betrieb aufzubauen, welcher im Vollerwerb zu führen ist und dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Betriebsspiegel

„50 ha Dauergrünland bilden mittlerweile die Futtergrundlage. Zusätzlich wird 7-10 ha Maissilage ab Feld zugekauft, welche den Tieren eine stabile Energieversorgung über das gesamte Jahr sichert“, so Franz Patzer. Alle weiteren Futtermittel werden vom Betrieb zugekauft. Ein zusätzliches Standbein der Familie ist die Forstwirtschaft, wo jedes Jahr Nutz- als auch Brennholz erzeugt wird.

Am Betrieb werden 70 Milchkühe gehalten und am Melkroboter LELY A5 der Firma LELY gemolken. Zusätzlich werden auch der Renigungsroboter LELY Discovery 120 Collector und der Anschieberoboter LELY Juno am Betrieb eingesetzt. Der Betrieb war bis 2002 Mitglied der Berglandmilch, daher wurde sich auch im Vorfeld über Lieferrechte und Wiederaufnahme mit dem Vorstand der Berglandmilch abgesprochen und abgestimmt.

Fütterungskonzept

Um Probleme, verursacht durch zu geringen Vorschub, zu vermeiden wurde in der Vergangenheit auf Ballensilage gesetzt. Der Silomais wird in den neu gebauten Fahrsilos eingelagert. Diese können in Zukunft auch als Gras- Maissilos genutzt werden, um vor allem über die Sommermonate genügend Vorschub zu haben.

Die Fütterungsstrategie basiert auf einer AMR- zur Hälfte Gras- und Maissilage, Biertreber ergänzt mit Maisschrot und Soja/Raps Gemisch sowie Grundmineralisierung mit Biomin® HL1 und Biomin® Q-Hefe- LB- berechnet für 22 Liter Milch. Die Zuteilung erfolgt mittels Futtermischwagen einmal täglich, welche mehrmals pro Tag mit dem Anschieberoboter LELY Juno zugeschoben wird. Durch die genauen Daten am Melkroboter ist die Beobachtung der hochleistenden Kühe in den ersten 150 Tagen von höchster Bedeutung und verhältnismäßig einfach. Das pelletierte Milchleistungsfutter MLF 20 ist speziell für Melkroboterbetriebe aufgrund der hohen Akzeptanz und hochwertiger Zusammensetzung sehr gefragt. Es bietet eine optimale Energie- und Eiweißversorgung und steigert die Frequenz am Roboter. In der Beratung setzt BIOMIN Fachberater Michael Schibich besonderes Augenmerk auf die ersten 150 Laktationstage und das frühzeitige Erkennen von Stoffwechselerkrankungen. Daraus entstanden ist der zusätzliche Einsatz von Biomin® PropyLac 100 p, ein pelletiertes Produkt mit Propylenglycol zur hohen und gleichzeitig pansenschonenden Energieversorgung im Zeitraum des höchsten Energiedefizites der Milchkuh. Dadurch können Stoffwechselerkrankungen deutlich reduziert und der Besamungsindex verbessert werden.

Arbeitsteilung

Florian Patzer ist für die Fütterung und den Melkroboter verantwortlich. Zusätzlich übernimmt er viele Arbeiten in der Außenwirtschaft.

Franz Patzer ist als Eigenbestandsbesamer maßgeblich für das Fruchtbarkeitsmanagement zuständig. Zusätzlich spielt er als Klauenpfleger für deren Gesundheit eine wesentliche Rolle. Klare Arbeitsaufteilung trägt in Summe wesentlich zur Zufriedenheit und einer hohen Lebensqualität aller bei.

Ausblick in die Zukunft!

Durch den Wiedereinstieg in die Milchproduktion konnte Florian seine Vision Landwirt zu werden bereits in jungen Jahren umsetzen. Die Ziele, welche nach dem Start für die erste 365 Tage gesetzt wurden, konnten bereits jetzt erreicht und zum Teil auch übertroffen werden.

„Entscheidend ist nicht die maximale Milchmenge, stattdessen wieviel mir diese Milch in der Produktion gekostet hat und gleichzeitig wieviel Kälber sie mir gebracht hat.“ erklärt Betriebsführer Franz Patzer