BIOMIN verschreibt sich neuem Projekt, um Ernteverluste durch Mykotoxine zu reduzieren

„Das MyToolBox Projekt hat das Potential durch Reduzierung der Ernteverluste jährlich mehrere Millionen Euro einzusparen und die Mykotoxinbelastung in der Nahrungsmittelkette drastisch zu reduzieren, was einen wertvollen Beitrag für die menschliche Gesundheit bedeutet“; bekräftigt Projektkoordinator Professor Rudolf Krska von der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien. 

Durch das Programm der European Union’s Horizon 2020 für Forschung und Innovation wurde erst vor kurzem das MyToolBox Projekt finanziell prämiert. Mit einem Betrag von fünf Millionen Euro, wird über einen Zeitraum von vier Jahren, die Entstehung einer „Cloud“- basierten Plattform unterstützt. Dieses Tool soll Landwirten und Entscheidungsträgern der Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie eine individuelle Echtzeit-Beratung über Mykotoxine ermöglichen. Das fachübergreifende Team von Wissenschaftlern, Ingenieuren und IT- Spezialisten repräsentiert 23 staatliche, universitäre und industrielle Organisationen aus 11 verschiedenen Ländern.

„Der Fokus dieses Projektes liegt in der Unterstützung und Förderung der Akteure der Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie und ist somit einzigartig“; kommentierte Dr. Gerd Schatzmayr, Forschungsleiter des BIOMIN Research Center in Tulln, Österreich. Er fügte hinzu, „Das Engagement im MyToolBox Projekt zeigt, dass BIOMIN seine innovative und wissenschaftliche Forschung in den Dienst der Agrarindustrie und der Gesellschaft stellt. Neben der umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit von BIOMIN verdeutlicht dieses Projekt sowohl den ökonomischen, als auch den gesellschaftlichen Nutzen, was die tiefverwurzelten sozialen Werte und die Verantwortung des Unternehmens widerspiegeln.“

Biokraftstoffe im Mix

Das „MyToolBox“ Projekt verfolgt nicht nur einen „vom Feld zur Gabel“ Ansatz, der die gesamte Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie umfasst. Es berücksichtigt auch einen sicheren Umgang mykotoxinkontaminierter Chargen, wie beispielsweise die mikrobielle Energieumsetzung für eine effizientere Produktion von Kraftstoffen.

BIOMIN entwickelt derzeit Versuchsreihen für Labortests, um den Befall mit Mykotoxinen schon vor der Verarbeitung nachweisen zu können. Vor allem in der Produktion von Biokraftstoffen und Fermentations- Nebenprodukten wie Trockenschlempe (DDGS), können so Mykotoxingehalte reduziert werden. „Dies könnte in der Bioethanolindustrie zu einer Umsatzsteigerung führen. Aufgrund einer geringeren Mykotoxinbelastung und somit besseren Qualität der Trockenschlempe könnte zudem die Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit verbessert werden“ betonte Dr. Gerd Schatzmayr.

EU, China, Biomarker und Regulierung

Viele wichtige Agrarmärkte haben derzeit keine Rahmenbedingungen, die Leitlinien für mykotoxindeaktivierende Produkte wie z.B. Futtermittelzusätze vorgeben. BIOMIN wird sein umfassendes Know-How in der Analyse von Mykotoxin-Biomarkern einsetzen - Speziell für Aflatoxine und Fumonisine- um Fütterungsversuche in China zu unterstützen, welche auf Grund des großen Interesses in der Entwicklung solcher Regulierungen durchgeführt werden.

“MyToolBox“ ist eine führende wissenschaftliche Anwendung, die europäische Experten mit chinesischen Kollegen vernetzt und die restliche Welt miteinander verbindet“; kommentierte Prof. Samuel Godefroy von der Universität Laval, Québec, Kanada. Er ist Beiratsmitglied der internationalen Experten dieses Projektes, ehemaliger Vizepräsident der FAO/WHO Codex Alimentarius Kommission und gegenwärtig führender Lebensmittelberater von Chinas nationalem Zentrum für Lebensmittelsicherheit und Risikobewertung (China National Centre of Food Safety Risk Assessment (CFSA)). Er fügte hinzu: „Die Eigenschaften und die Reichweite dieses Projektes werden ohne Zweifel nicht nur zu einer verbesserten Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in der EU und China führen, sondern auch den Handel von sicheren und nachhaltigen Lebensmitteln und Agrarrohstoffen weltweit unterstützen“.

„Es ist ein klarer Vorteil für die Tierproduktion und den Endverbraucher, wenn generelle “Regel im Umgang” existieren und die Sicherheit sowie die Wirksamkeit von Mykotoxindeaktivatoren kontrolliert werden“; betonte Dr. Schatzmayr.

2005 führte BIOMIN den europäischen Verband für Wirkstoffe und deren Mischungen in der Tierernährung (FEFANA) an, was schließlich zur Eröffnung einer neuen funktionellen Gruppe von Futtermittelzusätzen führte: den Mykotoxindeaktivatoren. BIOMIN ist das einzige Unternehmen welches Futtermitteladditive produziert und eine EU Autorisierung für die mykotoxindeaktivierende Wirkung ihrer Produkte besitzt. Drei innovativen Substanzen wurden bislang von der EU autorisiert.

Dieses Projekt wird finanziell durch das das European Union’s Horizon 2020 Programm für Forschung und Innovation unterstützt, unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 678012.