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Mineralfutter für Geflügel

Vitamine, Mineralien, Fütterung und Leistung

Die Ausgewogenheit von Mineralstoffen und Vitaminen in der Geflügelfütterung ist immer wichtiger geworden, um die Futterzusammensetzungen zu optimieren und den Anforderungen der modernen Geflügelproduktion gerecht zu werden. 

Obwohl Vitamin- und Mineralfutter im Verhältnis zu Fertigfutter eine geringe Rolle spielen, spielen sie doch eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Leistung der Tiere und unterstützen wichtige Körperfunktionen, wie z.B. Leistung, Wachstum, Fruchtbarkeit und Immunität (Ewing und Charlton, 2007).  

Kontinuierliche Verbesserungen des Produktions- und Leistungsniveaus, Veränderungen von Futtermitteln, der Haltung, der Gesetzgebung, der Umweltanforderungen und des Tierschutzes bedeuten, dass die Vitamin- und Mineralstofffütterung dynamisch ist und eine konsistente, regelmäßige und genaue Bewertung in allen Tierproduktionssystemen erfordert (Ewing und Charlton, 2007). 

Die Notwendigkeit von Geflügelvormischungen im fertigen Geflügelfutter

Fertigfutter ist unvollständig, wenn keine Vitamine und Mineralstoffe ergänzt werden. Die meisten (typischerweise pflanzlichen) Futtermittel sind reich an Eiweiß und Energie, aber es fehlen ausreichende Mengen an Spurenelementen oder bestimmten Vitaminen. Darüber hinaus variiert die Verfügbarkeit verschiedener Nährstoffe in Futtermitteln (Nicht-Stärke-Polysaccharide, Phytat usw.) erheblich.  

Um einen ausreichenden Gehalt an Vitaminen und Mineralien zu erreichen und eine Unterernährung des Geflügels zu verhindern, muss dem Geflügelfutter ein Mineralfutter zugesetzt werden.  
 

Abbildung 1. Minerafutter vervollständigt den Vitamin- und Mineralstoffbedarf einer Geflügel-Ration Quelle: BIOMIN
Abbildung 1. Minerafutter vervollständigt den Vitamin- und Mineralstoffbedarf einer Geflügel-Ration Quelle: BIOMIN

Mineralstoffe im Geflügelfutter

Mineralien zählen zu den anorganischen Bestandteilen der Rationen für Geflügel. Sie werden im Verhältnis zu den organischen Bestandteilen in geringen Mengen benötigt, haben aber dennoch einen erheblichen Einfluss auf die Körperfunktionen aller Geflügelspzies. In der Geflügelfütterung werden entsprechende Mengen verschiedener Mineralstoffe benötigt (Kirchgeßner, 2004), um: 

  • kritische Lebensfunktionen aufrechtzuhalten
  • Leistungen zu verbessern
  • zusätzliche Benefits zu liefern

Eine Vielzahl an Mineralien, wird in der Formulierung von Geflügelfutter berücksichtigt und kann wie folgend beschrieben werden.

Die verschiedenen Arten von Mineralien in der Geflügelernährung haben unterschiedliche Wirkungen und Funktionen. Makrominerale sind oft Bestandteile von strukturellem Gewebe (z.B. Knochen, Muskeln, Organe, Weichgewebe) oder Körperflüssigkeiten. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts und des osmotischen Drucks. Im Falle der Nervenübertragung, der Muskelfunktion und des elektrischen Membranpotentials sind sie von entscheidender Bedeutung.  

Mikrominerale sind Bestandteile von Hormonen, Metalloenzymen und Enzymfaktoren, einigen Vitaminen und Aminosäuren. Sie sind auch mit einer adäquaten Immunantwort verbunden und spielen eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Zellreplikation und -differenzierung.  

Selen (Se), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Kobalt (Co) und Jod (I) müssen dem Geflügelfutter zugesetzt werden, da die in verschiedenen Futterrohstoffen gefundenen Gehalte oft zu niedrig sind, um das erwartete Leistungsniveau zu erreichen (Ewing und Charlton, 2007).  

Tabelle 2. Kategorien von Mineralstoffen in der Geflügelernährung BIOMIN

 
KategorieBeschreibungBeispiele
Essentielle MineralstoffeErforderlich im Futter, zur Unterstützung einer angemessenen Leistung (Wachstum, Fortpflanzung, Gesundheit)Phosphor, Natrium, Selen
Nicht essentielle MineralstoffeSpielen keine aktive Rolle im Organismus. 
Makrominerale Mehr als 50 mg pro kg Körpergewicht vorhandenCalcium (Ca), Phosphor (P), Natrium (Na), Kalium (K), Magnesium (Mg), Chlor (CI) und Schwefel (S). Na, K und Cl sind auch als Elektrolyte bekannt (Jeroch et al., 2013)

Verfügbarkeit - Mineralstoffe

Bei der Analyse auf Futterrohstoffe oder Fertigfuttermittel werden Ergebnisse für Nährstoffgehalte (wie P, Vitamine, Ca, Zn usw.) bereitgestellt.  

Es ist wichtig hervorzuheben, dass nicht alle Mineralstoffe für die Tiere verfügbar oder verdaulich sind, nur weil sie im Futter bzw. Rohstoff enthalten sind.  

Die Verdauung und Verwertung von Nährstoffen hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab (Ewing und Charlton, 2007), darunter:

  • Spezies
  • Alter
  • Aufnahme
  • Bedarf
  • Synergistische und antagonistische Effekte
  • Umweltfaktoren

Geflügelmineralfutter können die richtige Futterformulierung und das Wachstum der Tiere unterstützen.

Vitamine in der Geflügelernährung

Vitamine sind aktive, organische Verbindungen, die für viele Körperfunktionen essentiell sind und mit nur geringen Mengen im Futter einen entscheidenden Einfluss auf die Aufrechterhaltung physiologischer Funktionen haben.

Einige Vitamine spielen eine Rolle als Coenzyme (z.B. B-Vitamine), auch als Vorläufer von Coenzymen, in Stoffwechselprozessen. Der Unterschied zwischen Vitaminen und Mineralstoffen besteht darin, dass Vitamine weder Energie liefern (z.B. P ist für den Aufbau von ATP erforderlich, das die Energiequelle in den lebenden Organismen darstellt), noch als Bausubstanzen wirken (z.B. Ca - Knochen, Eierschalen, Zähne…). (Jeroch et al., 2008 und Ewing und Charlton, 2007).

Vitamine sind in pflanzlichen und tierischen Futtermitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten. Heutzutage werden Vitaminpräparate für Hühner häufig synthetisch oder durch Fermentationsprozesse hergestellt. Einige Vitamine haben eine direkte Wirkung, ohne dass eine Aktivierung erforderlich ist, z.B. Vitamin E und Vitamin C. Pro-Vitamine (Vorstufen, z.B. Vitamin D) können vom Tier selbst in aktive Formen umgewandelt werden.

Vitamine können in fettlösliche, wasserlösliche, fettlösliche vitaminähnliche Substanzen und wasserlösliche vitaminähnliche Substanzen eingeteilt werden.

Tabelle 3.Vitamine nach Kategorie und gebräuchlichem Namen (angepasst von Jeroch et al., 2008 und Ewing und Charlton, 2007)

VitaminFett- | WasserlöslichMit CoenzymfunktionSynonym
A+ | - Retinol
D+ | - Cholecalciferol (D3)
E+ | - α-Tocopherol
K+ | - +Phyllochinon
B1- | ++Thiamin
B2- | ++Riboflavin
B6- | ++Pyridoxin
B12- | ++Cobalamin
Niacin- | ++Vitamin B3
Pantothensäure- | ++Vitamin B5
Folsäure- | ++Vitamin M
Biotin- | ++Vitamin H
C- | +Ascorbinsäure

In Futtermitteln sind fettlösliche Vitamine mit Lipid (Fett) -Komponenten verbunden und bestehen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Ihre Aufgabe im Stoffwechsel liegt eher auf der Entwicklung und Erhaltung von Geweben. Sie werden in erheblichen Mengen im Körper gespeichert und hauptsächlich über die Galle in den Kot ausgeschieden. Es ist wichtig zu beachten, dass eine übermäßige Aufnahme bei den Tieren zu schwerwiegenden Problemen („Hypervitaminose“) führen kann, z.B. führt ein Überschuss an Vitamin D zur Entkalkung der Knochen und zur Anlagerung von Ca in Blutgefäßen.

Wasserlösliche Vitamine sind an enzymatischen Funktionen und der Kontrolle des Stoffwechsels beteiligt (Coenzymfunktion). Sie bestehen aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, auch Stickstoff, Schwefel oder Kobalt. Im Gegensatz zur fettlöslichen Fraktion werden wasserlösliche Vitamine mit Ausnahme von Vitamin B12 im Körper nicht gut gespeichert. Hierbei ist zu beachten, dass eine kontinuierliche Versorgung gewährleistet sein muss und ein Überschuss rasch mit dem Urin ausgeschieden werden kann. Zusätzliche B-Vitamine können von Mikroben im Dickdarm produziert werden (Absorption ist begrenzt).

Nährstoffbedarf

Den Bedarf an verschiedenen Mineralstoffen und Vitaminen, beschreibt die notwendige Tagesdosis zur Aufrechterhaltung physiologischer Prozesse. In der Tierernährung gibt es drei weitere Kategorien: der minimale, optimale und zusätzliche Bedarf (Jeroch et al., 2008 und Ewing und Charlton, 2007).

Der Vitamin- und Mineralstoffbedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Der Bedarf kann in "Bedarf" pro Tier und Tag oder "Bedarf" pro Maßeinheit Futtermittel /Futter beschrieben werden.

Der Bedarf an Nährstoffen variiert zwischen den Geflügelarten und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst (Jeroch et al., 2008 und Ewing und Charlton, 2007):

  • Alter
  • Leistungsniveau
  • Futterqualität
  • Gesundheitszustand
  • Genetik
  • Physiologisches Stadium (z.B. Wachstum, Fortpflanzung usw.)
  • Stress
  • Management
  • Umwelt (z.B. Stallumwelt-Bedingungen, Hygiene, Klima usw.)

Sowohl die physikalischen als auch die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Geflügel-Mineralfutter, spielen eine Rolle bezogen auf dessen Wirksamkeit in der Fertigfutter Zusammensetzung, der Gesundheit der Herde und der Leistung.

Tabelle 5. Physikalische und ernährungsphysiologische Eigenschaften von Mineralfutter Quelle: BIOMIN

 
Physische AspekteErnährungsaspekte
RohstoffauswahlNährstoffverfügbarkeit
Verteilung der Nährstoffe innerhalb des MineralfuttersQualität des Trägers
Stabilität der NährstoffeMehrwert (Zusatzstoffe)
Kompatibilität des TrägersNährstoffbedarf der Tiere
Mischbarkeit im Futter 
Fließfähigkeit des Mineralfutters 

Die Nährstoffverfügbarkeit für das Geflügel wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst (Jeroch et al., 2008 und Ewing und Charlton, 2007), darunter:

  • Rationszusammensetzung
  • Futterqualität, z.B. Mykotoxine in Geflügelfutter
  • Bioverfügbarkeit von Nährstoffen
  • Stabilität von Vitaminen oder Nährstoffen
  • Futteraufnahme
  • Wechselbeziehungen zwischen Nährstoffen

Futterzusätze in Geflügelmineralfutter

Mineralfutter für Geflügel kann durch den Einsatz von Futterzusatzstoffen mehr als nur "Nahrung" liefern. Futterzusatzstoffe können zusätzlich zu einer Fertigfutter Ration hinzugefügt oder im Mineralfutter oder in der Vormischung enthalten sein.

In der modernen Geflügelhaltung treten häufig Herausforderungen auf. Durch Fütterungslösungen, Mykotoxin-Risikomanagement und Darmgesundheitsmanagement können Landwirte ihre Geflügelherden schützen, unterstützen oder rehabilitieren.

Häufige Herausforderungen auf diesem Gebiet sind:

Lösungen

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Verweise

Ewing WN, Charlton SJ Das MINERALIEN-Verzeichnis: 2. Ausgabe Ihr benutzerfreundlicher Leitfaden zu Mineralien in der Tierernährung. Context Products Ltd 2007.

Ewing WN, Charlton SJ Das VITAMINS-Verzeichnis: Ihr benutzerfreundlicher Leitfaden zu Vitaminen in der Tierernährung. Context Products Ltd 2007.

Jeroch H., Simon A., Zentek J. Geflügelernährung. Eugen Ulmer KG 2013.

Jeroch H., Drochner W., Simon O. Tätigkeitslebenlicher Nutztiere. Eugen Ulmer KG 2008.

Kirchgeßner M. Tierernährung. DLG-Verlags-GmbH 2004. 11. Auflage.