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Darmgesundheit

Tiergesundheit ist eine Grundvoraussetzung für eine effiziente Produktion, denn nur ein gesundes Tier kann sein volles Leistungspotenzial ausschöpfen.

Um dies zu erreichen, müssen Fütterung und Management optimal an die Bedürfnisse der Tiere angepasst sein. Tiergesundheit spielt in Bezug auf Leistungsmaximierung eine wichtige Rolle. Entzündliche Prozesse im Tier verursachen einen Rückgang in der Futteraufnahme sowie in der Nährstoffverdaulichkeit.

Die Definition von „Gesundheit“ ist laut WHO der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.
WHO - World Health Organization

Gesundheit in der Tierhaltung ist mehr als das Freisein von klinischen und pathologischen Anzeichen. Auch wenn keine äußeren Krankheitsbilder sichtbar sind, können – sich leistungsmindernde Faktoren breit machen. In der Tierhaltung ist Gesundheit letztendlich messbar an Leistungsparametern wie den Tageszunahmen, der Futterverwertung, der Fruchtbarkeit und der Mortalität. Der Faktor Gesundheit hängt sehr eng mit dem Thema Fütterung zusammen: ist der Verdauungstrakt krank, ist das gesamte Tier krank. Durch eine angepasste Fütterung kann das Tier und dessen Verdauungstrakt unterstützt und damit das Auftreten von typischen Erkrankungen in der Aufzucht und Mast (z.B. Absetzdurchfall, Dysenterie, etc.) reduziert werden.

Der Darmgesundheit muss in der Schweineproduktion besondere Beachtung geschenkt werden. Nur ein gut funktionierendes Verdauungssystem kann entsprechend hohe Leistungen bei gleichzeitig guter Futterverwertung garantieren. Über Fütterungsmaßnahmen kann die Darmgesundheit unterstützt und das Wohlbefinden der Tiere gefördert werden, dabei liegt der Fokus vor allem auf einer gesunden Darmflora, denn es gilt: gesunder Darm = gesundes Tier! Nur ein gut funktionierendes Verdauungssystem kann eine entsprechend gute Futterverwertung garantieren.

Größtes Immunorgan & Barrierefunktion

Ein gut funktionierender Darm ist die Voraussetzung für eine optimale Nährstoffverdauung und hohe Leis-tungen. Bei einer schlechten Verdauung bleiben große Mengen an unverdauten Nährstoffen am Ende des Darmes übrig, die pathogenen Bakterien als Nahrung dienen, wodurch sich diese vielfach vermehren können und ein Ungleichgewicht im Darm verursachen. Darüber hinaus spielt der Darm für die Immunabwehr des Organismus eine entscheidende Rolle. Er gilt als das größte Immunorgan des Körpers. Ein Großteil (etwa 70 Prozent) aller vom Organismus gebildeten Antikörper wird von der Darmschleimhaut produziert. Die Darmschleimhaut stellt außerdem eine Abgrenzung zum Darminhalt und damit zur äußeren Umgebung des Schweins dar. Sowohl Ernährung als auch mit der Nahrung aufgenommene Toxine und Schadstoffe haben daher wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden der Schweine. Krankheitserreger und Mykotoxine sind in der Lage die Darmschleimhaut zu schädigen. Dadurch entstehen entzündliche Prozesse, wodurch die Durchlässigkeit der Schleimhaut ansteigt. Die Schutz- und Barrierefunktion des Darms wird dadurch geschwächt. Ist die Schutzbarriere der Darmwand nicht intakt, spricht man vom „Leaky Gut Syndrom“ oder auch undichten oder durchlässigen Darm. Dabei gelangen neben Nährstoffen, Bakterien und deren Stoffwechselprodukten auch Endotoxine in den Blutkreislauf. Dies kann weitreichende Folgen für die Tier-gesundheit und -leistung haben. Eine ausgewogene Zusammensetzung der Darmflora ist für eine gute Darmgesundheit wichtig, da sie die Verdauungsabläufe optimiert und sich krankmachende Bakterien we-niger leicht verbreiten können. 

Gesunder Darm optimiert die Verdauung der Nährstoffe

Die Verwertung der Futternährstoffe hängt in großem Maße mit der Fähigkeit des Darmepithels zusammen, die Nährstoffe zu absorbieren. Hier ist in erster Linie eine große Oberfläche mit gut ausgebildetem Darmepithel entscheidend. Da es in Stresssituationen (z.B. Futterumstellungen, Absetzen, Hitzestress, etc.) im Darm zu Entzündungsreaktionen kommt, kann die Aufnahmekapazität des Darmes beeinträchtigt werden. Ein erhöhtes Absterben der Epithelzellen führt zu einer geringeren Höhe der Villi und einer reduzierten Kryptentiefe. Damit geht wertvolle Oberfläche zur Nährstoffabsorption verloren. Bei Entzündungsprozessen und zur Regeneration benötigt der Darm bzw. das Darmepithel einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Diese (z.B. Energie, Eiweiß) stehen dem Organismus dann nicht mehr für Leistung zur Verfügung. Als Resultat wird oft eine schlechtere Futterverwertung oder geringere Milchproduktion sichtbar, da Nährstoffe von der Leistung für das Immunsystem und zur Regeneration abgezogen werden. Je gesünder der Darm desto weniger Energie muss das Schwein für das Immunsystem bereitstellen. Die eingesparte Energie kann in Leistung = Tageszunahme und Muskelfleischansatz investiert werden.

Wie wirkt sich eine geschwächte Darmbarriere auf Wachstum und Futterverwertung aus?

Verschiedene Stressoren wie Endotoxine, Mykotoxine (vor allem DON und Fumonisine), aber auch Hitzestress, können die Darmbarriere schwächen. Halbverdaute Nahrungsbestandteile und Endotoxine gelangen so aus dem Darm ins Blut und lösen in weiterer Folge subklinisches Entzündungsgeschehen aus. Die Verwertung des aufgenommenen Nahrungsproteins (Muskelfleischaufbau) ist dadurch geringer, da für die Immunantwort und Krankheitsabwehr Energie und Aminosäuren verbraucht werden, die dann beim Wachstum fehlen. Darüber hinaus ist die Nährstoffaufnahme bei einer geschädigten Darmschleimhaut geringer, was sich negativ auf die Futterverwertung auswirkt.

Herausforderung Absetzen

Die Absetzphase bringt den Ferkeln durch den Verlust der Milch, die Trennung vom Muttertier und die neue Umgebung großen Stress, der sie für Krankheiten anfälliger werden lässt und zum Teil einen drastischen Rückgang in der Futteraufnahme bedeutet. Manche Ferkel fressen 48 Stunden lang nichts. In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass die reduzierte Nährstoffaufnahme zu einer Rückbildung der Darmzotten führt. Nach der langen Hungerphase überfressen sich die Ferkel häufig. Dadurch kann der Futterbrei im Magen nicht ausreichend durchsäuert werden. Auch der Dünndarm ist aufgrund der rückgebildeten Darmzotten überfordert. Es stehen also große Mengen an unverdauten Nährstoffen zur Verfügung. Diese werden von pathogenen Bakterien wie E. coli als Nahrunggenutzt, die sich an die Darmwand anheften, sich vermehren und in Folge auch größere Mengen an Toxinen produzieren.

Der Verdauungskanal soll sich dem Alter entsprechend entwickeln und zwar in seiner Größe (Anatomie) und seinem Wandaufbau (Histologie), um so seiner primären Aufgabe, der Aufnahme von Energie und Nährstoffen aus dem Futter- bzw. Nahrungsbrei in das Tier, nachkommen zu können.

Während dem Absetzen steht der Verdauungstrakt vor einer großen Herausforderung. Dieser muss sich von der Sauenmilch, die als wichtigste Nahrungsquelle galt, auf feste Nahrung, hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs umstellen. Es geht darum, aus einem „Säugling“ einen „Allesfresser“ zu entwickeln. Die vollständige Bildung der richtigen Verdauungsenzyme ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, wodurch unverdaute Nahrung dem Darm häufig Probleme bereitet und den bekannten Absetzdurchfall auslöst bzw. dazu beiträgt. Nur ein gut entwickeltes Verdauungssystem ist später in der Lage, die Nährstoffe für hohes Wachstum aufzunehmen und Widerstand gegen Erreger von Darmkrankheiten zu bieten. Diese Umwandlung von Milchverdauung zu Getreide- Soja-Verdauung ist weniger eine Frage des Alters oder des Gewichtes der Tiere, sondern vielmehr eine Frage der aufgenommenen Futtermenge. Als Grundregel gilt, dass es „circa 5 kg Futter lang“ dauert, bis der Verdauungstrakt voll entwickelt ist, um Getreide-Soja-Rationen entsprechend verdauen zu können.

Hochwertiges Absetzfutter einsetzen → Darmentwicklung fördern & Darmflora stabilisieren!
  • Hohe Verdaulichkeit (hochverdauliche Proteinquellen und aufgeschlossenes Getreide)
  • Energiequellen wie Laktose, Dextrose und niederschmelzende Fette
  • Unterstützung des Darms zur Vermeidung von Durchfall und Ödemkrankheit durch Futterzusätze (z.B. Enzyme, Säuren, Probiotika, Phytogene etc.)

Naturgemäß braucht ein beim Absetzen leichteres Tier länger, um die für die Umstellung des Verdauungstraktes nötige Futtermenge aufzunehmen als ein schweres Tier. Durch die gängige Praxis, Absetzfutter zwei Wochen lang einzusetzen, kommen leichte Tiere nicht auf die entsprechende Menge Absetzfutter, während schwere Tiere über den Bedarf hinaus schon Luxuskonsum betreiben. Es empfiehlt sich am Absetztag eine Gruppierung nach Gewicht vorzunehmen oder zumindest die kleinsten Ferkel zu separieren, um diese länger mit Prestarter und Absetzfutter füttern zu können. Nur so haben kleine Ferkel die Chance den Verdauungstrakt bestmöglich umzustellen und zu entwickeln, um später gute Mastleistungen zu erreichen.

Wichtig ist bereits neben der Sau mit der Prestarterfütterung zu beginnen, um die Ferkel schonend auf die Absetzphase vorzubereiten. Einerseits werden vor allem kleine Ferkel durch die Beifütterung unterstützt und gleichzeitig die Muttersauen entlastet. Andererseits lernen die Ferkel dadurch frühzeitig das Fressen von festem Futter und der Darm beginnt sich bereits auf pflanzliche Nahrung umzustellen.

Darmgesundheit in der Schweinemast

Grundvoraussetzung für hohe und effiziente Leistungen in der Schweinemast ist eine gesunde Ferkelaufzucht. Selbst eine gute Wachstumsgrundlage kann jedoch in der Mast leicht zerstört werden. Neben Atemwegserkrankungen, zählen Erkrankungen des Darms zu den häufigsten leistungsmindernden Faktoren in der Schweinemast. Über Fütterungsmaßnahmen ist man heute in der Lage, die Mitursachen solcher Erkrankungen zu reduzieren. An dieser Stelle sind vor allem die darmpathogenen, gram-negativen Keime Lawsonia intracellularis (PIA, Ileitis) und Brachyspira hyodysenteriae (Dysenterie) zu erwähnen. Dysenterie ist eine in vielen Schweinebeständen verbreitete Erkrankung des Dickdarms. Der Erreger wird durch Zukauftiere oder Ratten und Mäuse in den Bestand gebracht. Durch Fliegen und Nagetiere kommt der Erreger aus dem Gülleraum immer wieder in den Tierbereich und verursacht auch in gereinigten und desinfizierten Ställen Neuinfektionen. Allerdings ist die Dysenterie eine typische Faktorenerkrankung, die vor allem dann auftritt, wenn die Tiere Stressfaktoren wie Stall- und Futterwechsel oder hohen Belegdichten ausgesetzt sind. Durch eine geschwächte Darmfunktion gelangen hohe Gehalte an bakterienfermentierbarer Substanz, wie beispielsweise unverdaute Futterbestandteile, in den Dickdarm und bilden die Nahrungsbasis für Brachyspiren, wodurch die Entstehung von Dysenterieproblemen gefördert wird. Das Risiko, dass die Schweine tatsächlich an Dysenterie erkranken, kann durch ein gutes Management und eine angepasste Fütterung reduziert werden:

  • konsequente Fliegen- und Schadnagerbekämpfung
  • Güllebehandlung
  • Diätetische Vorbeugemaßnahmen
    • Leicht verdauliche Futterkomponenten
    • Verdaulichkeitsfördernde Futterzusätze wie Enzyme, Phytogene
    • Faser mit wenig bakteriell fermentierbarer Substanz (Biomin® ADF)
  • Biomin® DuoPlex DS Plus, PROFI Mast DS

Darmgesundheit verbessern

Durch eine gesunde Darmflora wird das Immunsystem nicht unnötig stimuliert und Energie und Nährstoffe aus dem Futter können effizient umgesetzt werden. Die Fütterung hat einen erheblichen Einfluss auf die Funktionalität des Darms. Ob Ferkel, Zucht- oder Mastschweine, jede Kategorie stellt besondere Anforderungen an das Futter. Die Gesundheit des Verdauungssystems kann durch viele Maßnahmen verbessert werden:

  • Verdaulichkeit der Nährstoffe durch Enzymeinsatz fördern
  • Säureeinsatz zur Verringerung des Puffervermögens (v.a. beim Absetzen und in der Aufzucht) und Stabilisierung des Futters (v.a. bei Flüssigfütterung)
  • Faser einsetzen und Futterstruktur überprüfen
  • Einsatz von pflanzlichen, pro- und präbiotischen Additiven zur Förderung der Darmgesundheit
  • Futterkurve richtig einstellen
  • Hohe Grundfuttermittelqualität sicherstellen und Mykotoxinkontamination minimieren
  • Abwehrkräfte durch gezielte Vitaminstöße unterstützen

Phytogene Zusätze, Säuren, Probiotika - Digestarom®, Biotronic® & Co!

Das Ziel Darmgesundheit muss durch die richtige Kombination aus Futterzusatzstoffen erreicht werden, denn Erreger ist nicht gleich Erreger. Von den bekannten "E.Coli – Rassen" (Serotypen) beispielsweise sind nur einige akute Durchfall- oder Ödemerreger. Diese Serotypen wiederum reagieren unterschiedlich auf Futterzusätze. So gibt es Serotypen von E.Coli, die sensibler auf organische Säuren sind, während andere stärker auf den Zusatz von Probiotika durch Konkurrenzdruck reagieren. Ziel ist es, eine möglichst große Wirkbreite durch moderne Zusatzstoffe zu erzielen: das kann beispielsweise durch eine Kombination aus Futterzusatzstoffen wie z.B. Säuren mit Phytobiotika und Probiotika erfolgen. Futtersäuren in Kombination mit phytogenen Bestandteilen sorgen beispielsweise für eine verbesserte Futterhygiene und haben einen positiven Einfluss auf die Darmflora. Besonders bei Ferkeln und in Flüssigfütterungssystemen ist die Verwendung von Futtersäuren (Biotronic®) unverzichtbar. Pflanzliche Zusätze unterstützen die Futteraufnahme und Nährstoffverwertung und sorgen so für eine effiziente Produktion. Phytogene Zusätze sind auch in der Lage, antioxidative Reaktionen der Darmzellen zu verstärken und entzündliche Prozesse abzuschwächen. Durch den Einsatz von Digestarom® können Entzündungsprozesse im Darm abgemildert und die Darmgesundheit besonders in kritischen Phasen stabilisiert werden. Damit stehen zum einen die Nährstoffe wieder der Leistung zur Verfügung und zum anderen kann ein gesünderer Darm auch wieder effizienter Nährstoffe aufnehmen. Das Resultat zeigt sich dann direkt in einer verbesserten Futterverwertung und Ausnutzung des Futters, wie in einer Untersuchung an der Freien Universität Berlin nachgewiesen wurde. Probiotika fördern die Darmgesundheit und wirken positiv auf die Leistungsfähigkeit der Schweine. Besonders in Problembereichen, wie z.B. Absetzdurchfall, unterstützen sie die Darmbarriere und stabilisieren den Darm gegen den Einfluss von Krankheitserregern.

Rezepturgestaltung & Fasereinsatz

In der Rezepturgestaltung ist darauf zu achten, dass Rohprotein- und Rohfettgehalt auf einem guten Niveau liegen, aber nicht überzogen werden und das Säurebindungsvermögen des Futters sollte entsprechend tiefgehalten werden. Zusätzlich wird die Verwendung von hochqualitativen Rohfaserträgern empfohlen. Der Einsatz von Faser fördert durch mechanische Stimulation die Darmperistaltik, die Gesundheit der Darmschleimhaut (Förderung der Enzymsekretion) und das Wachstum der Darmzotten. Dadurch kann einerseits die Nährstoffverdaulichkeit verbessert werden, andererseits wird die Passagerate im Dickdarm beschleunigt und Verstopfung vermieden sowie die Kotkonsistenz verbessert. Weiters wird durch die kürzere Verweildauer des Futters im Dickdarm und die regelmäßigere Darmentleerung das Aufsteigen/Anheften pathogener Keime verhindert. Darüber hinaus bewirkt die Faser eine Absenkung des pH-Wertes im Dickdarm, welche sich positiv auf die Darmgesundheit auswirkt und eine übermäßige Vermehrung von schadenhaften Keimen (z.B. E.Coli, Salmonellen) verhindert. Lösliche Fasern dienen als Nahrung für Dickdarmbakterien und wirken daher wie Prebiotika, da sie gute Bakterienstämme (Lactobazillen, Bifido-Stämme) im Darm fördern. Allerdings gilt besondere Vorsicht bei PIA- und Dysenterieproblemen: hohe Anteile an löslicher Faser sind direkt Substrat und fördern das Wachstum krankmachender Keime. Nicht nur „gute“ Bakterien, sondern auch pathogene Mikroorganismen nutzen die leicht löslichen und schnell fermentierbaren Fasern als Nahrungsquelle. Der Einsatz von unlöslicher, nicht fermentierbarer Faser regt die Verdauung an, dient krankmachenden Bakterien allerdings nicht als Futtergrundlage. Dadurch können pathogene Bakterien weniger leicht aus dem Dickdarm in höhere Darmabschnitte aufsteigen und Symptome verursachen.

Wichtig ist, in kritischen Bereichen auf entsprechende Sicherheit zu setzen, um in den weniger kritischen Bereichen dann auf Leistung setzen zu können. Nur gesund erhaltene Tiere werden auch eine entsprechende Leistung bringen. Sind dann auch das Betriebsmanagement und die Betriebshygiene optimiert, kann nichts mehr schief gehen. Denn: Mit Sicherheit mehr Gesundheit – mehr Leistung – mehr Zukunft.

Mykotoxine und Endotoxine

Endotoxine und Mykotoxine verstärken sich gegenseitig in ihrer negativen Wirkung, insbesondere erhöhen sie die Durchlässigkeit der Darmwand. So zeigen neueste Forschungen, dass bereits geringe Mykotoxin-Konzentrationen im Futter die Darmzotten schädigen.

Endotoxine sind Bestandteile gramnegativer Bakterien und werden nach deren Tod oder während der Vermehrung aus deren Zellwand freigesetzt.

Durch die geschädigte Darmbarriere, die beispielsweise durch den Stress beim Absetzen, Hitzestress, Wetterumschwünge oder Infektionsdruck meist ohnehin schon geschwächt ist, können Endotoxine leichter in den Blutkreislauf gelangen und subklinische Entzündungsreaktionen auslösen. Dies verdeutlicht, wie wichtig ein vorbeugendes Mykotoxin-Risiko-Management ist. In Versuchen konnte gezeigt werden, dass Mycofix® negative Effekte von Endotoxinen reduzieren kann.

Probiotika unterstützen den Darm

Das Motiv Probiotika einzusetzen, liegt auf der Hand: die (Darm-) Gesundheit der Tiere fördern, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten und auf den Einsatz von Antibiotika soweit wie möglich zu verzichten. Die Wirkung von Probiotika beruht in der Regel auf einem Zusammenspiel verschiedener Mechanismen. Einerseits können Bakterien (z.B. milchsäureproduzierende Lactobacillen) beispielsweise organische Säuren produzieren, was zu einer Senkung des pH-Werts im Darm führt und ungünstige Lebensbedingungen für Krankheitserreger schafft. Andererseits werden durch die Förderungen der „guten“ Mikroorganismen die pathogenen Keime verdrängt, da diese um Platz und Nahrung konkurrieren. Schädliche Mikroorganismen, wie etwa E. coli oder Salmonellen, haben es durch die Konkurrenz mit den „guten“ Mikroorganismen schwer sich im Darm anzusiedeln und Erkrankungen auszulösen.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen (Bakterien oder Hefezellen) die, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden, den Darm besiedeln und dort einen positiven Effekt auf die Gesundheit des aufnehmenden Organismus haben (FAO/WHO). Milchsäurebildende Bakterien wie Lactobacillen und Bifidobakterien, sind die am häufigsten genutzten Probiotika.

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