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Phytogene Futtermittelzusatzstoffe

Leistungs- und Fleischqualitätsverbesserungen aufgrund phytogener Futtermittelzusätzen sind der Schlüssel zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen.

Im Laufe der Jahre haben wir bei BIOMIN mehr als 60 kommerzielle Versuche mit phytogenen Futtermitteln in Schweinebetrieben auf der ganzen Welt durchgeführt.

Einige der wichtigsten kommerziellen Versuche und ihre Ergebnisse für Zuchtsauen, Ferkel und Mastschweine werden hier vorgestellt.

Definition

Phytogene Futtermittelzusatzstoffe sind Substanzen pflanzlichen Ursprungs die Schweinefutter zugesetzt werden, von denen bekannt ist, dass sie eine Reihe positiver Eigenschaften auf die Gesundheit und Leistungsbereitschaft von Schweinen aufweisen 1. Kräuter, Gewürze, Pflanzenextrakte und ätherische Öle für Schweine dienen als Quellen für bioaktive Verbindungen, z. B. Phenole und Flavonoide.

In der modernen Tierproduktion werden Phytogene Zusatzstoffe zum Zweck der antimikrobiellen Wirkung, der Verbesserung der Verdaulichkeit, der Leistungsverbesserung und anderer Zwecke verwendet (Quelle: BIOMIN Phytogenic Feed Additives Survey 2018).

Tabelle 1. pflanzliche Substanzen und ätherische Öle, die häufig in phytogenen Futtermittelzusatzstoffen verwendet werden. Quelle: BIOMIN
Kräuter /Gewürzelateinischer NamePflanzenfamilieHauptbestandteileHauptvorteile
OreganoOreganum vulgareLabiateaeCarvacrol, ThymolAntimikrobiell, Antioxidans
ThymianThymus vulgareLabiateaeThymol, CarvacrolAntioxidans, antimikrobiell
KnoblauchAllium salivum L.Alliaceae, LiliaceaeDiallyldisulfid, Alliin, AlliciinLipidverdauung, antimikrobiell
Kren, MerrettichArmoracia rusticanaBrassicaceaeAllylisothiocyanatImmunitätsverstärker, antimikrobiell
Chili, Cayenne-PfefferCapsicum frutescensSolanaceaeCapsaicinAppetit, Schmackhaftigkeit
PfefferminzeMentha piperitaLabiateaeMenthol, CarvacrolMagen, Verbesserung der Darmperistaltik
ZimtCinnamomum cassiaLauraceaeZimtaldehydAntimikrobiell, Appetit
AnisPimpinella ansiumApiaceae, UmbelliferaeAnetholeAppetit, Magenperistaltik

Alternativen zum Einsatz von Antibiotika

Ätherische Öle und andere pflanzliche Substanzen werden als Alternativen zu Antibiotika in der Schweineproduktion angesehen. Solche Zusätze sollen und dürfen jedoch die Behandlung kranker Tiere mit Antibiotika nicht ersetzen. Oft werden Phytogene Zusatzstoffe jedoch aufgrund ihrer positiven Eigenschaften, die für den Ersatz von Wachstumsförderern (AGPs) in Futtermitteln notwendig sind, im Rahmen eines ganzheitlichen, betrieblichen Ansatzes verwendet.

Verbesserung der Sauenfruchtbarkeit und Ferkelentwicklung

Genetische Fortschritte führen nicht nur zu  größeren Würfen, sondern auch zu einem geringeren Geburtsgewicht der Ferkel. Ferkel mit geringeren Geburtsgewichten haben häufig eine höhere Sterblichkeit und geringere Tageszunahmen. Oft weisen Sauen während der Laktation hohe Gewichtsverluste auf, die mit einer verringerten Milchproduktion aufgrund einer verringerten Futteraufnahme einhergehen. Dies beeinträchtigt nicht nur die Wurfentwicklung, sondern auch die nächste Trächtigkeit und verringert die Fruchtbarkeit, Wurfgröße und vieles mehr.

Mehrere Studien haben den positiven Einfluss von Digestarom® Sow auf die Leistung von Sauen  bei Verwendung im Laktationsfutter (Säugendfutter) gezeigt. Sauen hatten während der Säugephase eine höhere Futteraufnahme, produzierten mehr Milch, zeigten eine besser Futterverwertung, verloren weniger Körpergewicht (Abbildung 1) und ihre Würfe wuchsen besser.

Abbildung 1: Verlust der Rückenspeckdicke in der Laktation als Ausdruck des Körpergewichtsverlustes Quelle: BIOMIN
Abbildung 1: Verlust der Rückenspeckdicke in der Laktation als Ausdruck des Körpergewichtsverlustes Quelle: BIOMIN

Die kontinuierliche Ergänzung von Tragend- und Säugendfutter mit Digestarom® Sow verbesserte mehrere zusätzliche Leistungsparameter. Die Fruchtbarkeit der Sauen insgesamt wurde verbessert, und die Keulungsrate für Fruchtbarkeitsprobleme, die Ausdruck der Gesundheit der Sauen ist, war im Vergleich zur nicht behandelten Herde um 30% verringert (Abbildung 2). Darüber hinaus wurden Produktionsparameter wie Abferkelrate, Ferkelindex und Absetzgewicht verbessert. Diese Ergebnisse wurden nach der 2. Trächtigkeit der Sauen noch deutlicher.

Abbildung 2: Gekäulte Sauen wegen Fruchtbarkeitsproblemen | Quelle: BIOMIN
Abbildung 2: Gekäulte Sauen wegen Fruchtbarkeitsproblemen | Quelle: BIOMIN

In Versuchen, bei denen Digestarom® Sow vom Tag 80-85 der Trächtigkeit bis zum Absetzen eingesetzt wurde, führte dies zu einer höheren Futteraufnahme der Sauen, einem höheren Absetzgewicht der Ferkel (0,25 - 0,7 kg) und weniger Körpergewichtsverlust der Sauen.

In Studien, in denen Digestarom® Sow ganzzeitlich im Sauenfutter angewendet wurde, wurde eine ähnliche Verbesserung der Ergebnisse beobachtet.

Neben der verbesserten Fruchtbarkeit der Sauen, die in Betrieben verschiedener Länder (siehe Abbildung 3) und Produktionsniveaus (von 27 bis > 35 abgesetzten Ferkel /Sau /Jahr) nachgewiesen wurde, erhöhte sich die Anzahl der abgesetzten Ferkel im Vergleich zu den Kontroll-Sauen um 0,4 bis 1,9.

Abbildung 3. Digestarom® Sow verbessert die Fruchtbarkeit in kommerziellen Versuchen Quelle: BIOMIN
Abbildung 3. Digestarom® Sow verbessert die Fruchtbarkeit in kommerziellen Versuchen Quelle: BIOMIN

Milchqualität

Sauenmilch ist ideales Futter für neugeborene Ferkel, jedoch kann die Zusammensetzung der Milch das Ferkelwachstum erheblich beeinträchtigen. Der somatischen Zellzahl (SCC) von Sauenmilch wird in den letzen Jahren vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet. Es kann unabhängig vom Zeitpunkt des Auftretens zu einer hoch signifikanten Beeinträchtigung des Ferkelwachstums während der Laktation führen, wie in Tabelle 1 gezeigt.

Tabelle 1: Korrelation zwischen SCC der Sauenmilch und Ferkelgewicht

SpezifikationKörpergewicht Tag 1 (kg)Körpergewicht Tag 7 (kg)Körpergewicht Tag 14 (kg)
SCC 24 h pp-0,12-0,12-0,19 *
SCC Tag 7-0,28 **-0,21 **-0,16
SCC Tag 14-0,23 **-0,23 **-0,22 **
SCC Tag 21-0,30 **-0,24 **-0,26 **

** Signifikanzniveau P ≤ 0,05, ** Signifikanzniveau P ≤ 0,01 Adaptiert von: Skrzypczak et al., 2012

Bei der Ergänzung von Sauenfutter mit Digestarom® Sau konnten in einer wissenschaftlichen Studie positive Auswirkungen auf SCC unmittelbar nach der Abferkelung nachgewiesen werden (Abbildung 4).

Abbildung 4: Einfluss von Digestarom®-Sau auf die Milchqualität von Sauen | Quelle: BIOMIN
Abbildung 4: Einfluss von Digestarom®-Sau auf die Milchqualität von Sauen | Quelle: BIOMIN

Die Verringerung von somatischen Zellen kann auch als Herabstufung subklinischer Entzündungsprozesse in den Brustdrüsen angesehen werden. Daraus resultieret ein geringeres Auftreten von MMA-Problemen (Mastitis, Metritis, Agalaktie).

Die wirtschaftlichen Vorteile phytogener Futterzusätze bei Sauen können in zahlreichen Quellen bewiesen werden (verbesserte Fruchtbarkeit, mehr abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr, etc.)

Wachstumsförderung bei Ferkeln

Digestarom® DC Xcel ist ein einzigartiger Futtermittelzusatzstoff der nächsten Generation, basierend auf der BIOMIN-Duplexkapsel-Technologie, mit einer zootechnischen EU-Zulassung für die Digestarom® DC Duplex Capsule in entwöhnten Ferkeln besitzt.

In 7 Versuchen, die in Österreich und Ungarn durchgeführt wurden, führte der Einsatz von Digestarom® DC Xcel im Absetzfutter zu einer um etwa 4,3% höheren Gewichtszunahme und einer um etwa 3,4 Punkte verbesserten Futterverwertung (Abbildung 5).  

BIOMIN Duplex Kapsel
Abbildung 5: Durchschnittliche tägliche Futteraufnahme (ADFI), durchschnittliche tägliche Gewichtszunahme (ADG) und Verbesserung der Futterverwertung (FCR) mit Digestarom® DC Xcel | Quelle: BIOMIN
Abbildung 5: Durchschnittliche tägliche Futteraufnahme (ADFI), durchschnittliche tägliche Gewichtszunahme (ADG) und Verbesserung der Futterverwertung (FCR) mit Digestarom® DC Xcel | Quelle: BIOMIN

Die Fähigkeit von Digestarom ®DC Xcel, das Wachstum zu unterstützen, basiert auf einer einzigartigen Formulierung, die zu einer dreifachen Wirkungsweise führt. (Förderung von Appetit und endogene Sekretion wird verbessert, die Modulation der Darmmikrobiota wird unterstützt und den Schutz des Darms wird erhöht)

Durchfallbekämpfung bei Ferkel

Unspezifischer Durchfall führt bei Ferkeln zu Gesundheits- und Leistungsproblemen.

Studien in Südamerika und in Europa zeigen, dass Digestarom® PEP-liquid (ein phytogenes Produkt, das speziell zur Lösung von Durchfallproblemen bei Ferkeln entwickelt wurde) das Absetzgewicht erhöhen und die Mortalität von Ferkeln bei der Sau, sowie unspezifischen Durchfall senken kann. Das Produkt Digestarom® PEP-liquid wird vor allem bei neugeborenen Ferkeln prophylaktisch angewendet.

Tabelle 2: Angepasstes Absetzgewicht für 23 Tage in der Ferkelaufzucht. Quelle: BIOMIN

BetriebKontrolleDigestarom®△ (kg)△ (%)
# FerkelØ Gewicht (kg)# FerkelØ Gewicht (kg)
17395,835016,881,0515,3
210926,3013896,740,446,5
31566,051986,540,497,5
4 *113975,628285,980,366,1

* Nur Würfe von Jungsauen

Tabelle 3: Auswirkungen auf die Mortalität und das Absetzgewicht von Würfen der ersten Trächtigkeit. Quelle: BIOMIN

ParameterKontrolleDigestarom®
# Würfe109876
Lebendig geboren /Wurf (#)11,2411,41
Sterblichkeit (%)7,74,5
abgesetzt /Wurf (#)10,3810,90
Absetzgewicht (kg)5,625,98

Leistungsverbesserung bei Mastschweinen

Im Laufe der Jahre wurden mehr als 20 kommerzielle Studien mit Digestarom® Mast in den Regionen in Asien, Europa und den USA durchgeführt. Die Ergebnisse wurden unter Kontrollrationen, Rationen mit AGP-Zusatz und in jüngerer Zeit mit Ractopamin in der Ration verglichen. (Letzteres ist zwar für Schweinehalter in der EU und in Teilen Asiens verboten, in bestimmten Gebieten jedoch weiterhin zulässig.)

Zootechnische Leistungsparameter wie Gewichtszunahme oder Futterverwertung waren die am häufigsten beobachteten und aufgezeichneten Parameter. Aufgrund unterschiedlicher Versuchsanordnungen,  unterschiedlicher Futterbestandteile, große Unterschiede am Tiergewicht beim Versuchsbeginn ist ein direkter Vergleich der Versuchsergebnisse nicht möglich.

Trotzdem sind Verbesserungen der durchschnittlichen Tageszunahmen (ADG) von 3,5% bis 9% und Reduzierungen der Futterverwertung (FCR) von 2% bis 6% vergleichbar zu den Ferkelergebnissen.

Neben den zootechnischen Parametern hat der prozentuelle Anteil an Magerfleich, die Schlachtkörpereigenschaften und die Fleischqualität einen großen Einfluss auf die Rentabilität der Schweineveredelung.

Insgesamt hat die Verwendung von Digestarom® Mast bei Mastschweinen unter den unterschiedlichsten Futterkomponenten, Klimabedingungen und Betrieben die wirtschaftlichen Vorteile für Schweineproduzenten bestätigt.

Höherer Magerfleischanteil bei Mastschweinen

Abbildung 6 zeigt die Ergebnisse eines kommerziellen Versuchs mit 10 österreichischen Betrieben, in dem Digestarom® Finish den Anteil an Magerfleisch um 0,81 Punkte im Schnitt verbesserte.

Abbildung 6: Erhöhung des Magerfleischanteiles (MFA) durch Digestarom® Finish | Quelle: BIOMIN
Abbildung 6: Erhöhung des Magerfleischanteiles (MFA) durch Digestarom® Finish | Quelle: BIOMIN

Gleichmäßigere Partien bei Mastschweinen

Leider wurde in den meisten kommerziellen Mastversuchen nicht auf Herdengleichmäßigkeit untersucht. Um ein bestimmtes Beispiel hervorzuheben, in dem es aufgezeichnet wurde, zeigt Abbildung 6 die Ergebnisse eines kommerziellen Versuchs in Deutschland. Hier waren mehr als 90% der Digestarom®-Gruppe in den höchsten drei Gewichtsklassen vertreten, gegenüber weniger als 75% in der Kontrollgruppe.

Abbildung 6: Digestarom® Finish verbessert die Verteilung der Gewichtsklassen | Quelle: BIOMIN
Abbildung 6: Digestarom® Finish verbessert die Verteilung der Gewichtsklassen | Quelle: BIOMIN

Fazit

  • Obwohl nicht alle Standards wissenschaftlicher Studien in kommerziellen Studien erfüllt werden, sollte deren Bedeutung für den Nachweis der Vorteile phytogener Futtermittelzusatzstoffe unter verschiedenen Produktionsbedingungen, auf verschiedenen Produktionsniveaus und unter verschiedenen Klimabedingungen nicht unterschätzt werden.

    Die Ähnlichkeit der wissenschaftlichen und kommerziellen Versuchsergebnisse unter verschiedenen Management- und Produktionsbedingungen auf der ganzen Welt zeigt, dass die Digestarom® - Produktlinie für Schweineproduzenten erhebliche Vorteile liefern kann.

Lösungen

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